Tell me a story!

Fanfiction, Prosa und Projekte – made by Carnifex.

Kapitel XVI

Den größten Fehler, den man im Leben machen kann, ist, immer Angst zu haben, dass man einen Fehler macht.

~Bernd Leno, Deutsche 11~

“Sicher, dass das klappt?” Eliott sah Nathan skeptisch an.

“Klaro!” Nathan grinste. “Wieso auch nicht?!”

“Wir könnten erwischt werden!”, schlug Eliott vor. Jenette schüttelte den Kopf.

“Kann es sein, dass du ein echter Pessimist bist?” Eliott knurrte.

“Nein, ich würde eher sagen, dass ich ein Realist bin. Und ich halte mich lieber an Regeln, als Ärger zu kriegen!” Nathan lachte, wurde aber durch einen schnellen Blick von Jenette schnell zum Schweigen gebracht.

“Regeln sind doch dazu da, um gebrochen zu werden!”, erwiderte er. Eliott sagte nichts, sie standen vor der Tür zur Bibliothek. Sie erhob sich schwerfällig in die Höhe.

“Wie kriegen wir die auf? Das geht ja wohl kaum mit dem Armband.”

“Nein, das geht mit einem simplen Zauber.”, erwiederte Jenette und hob die Hände. Sie starrte hoch konzentriert die Tür an, dann stieß sie ganz plötzlich die Hände nach vorne. Die Tür knackte, dann ging sie langsam auf. Jenette lächelte zufrieden.

“Nach euch.”

“War das nicht etwas zu einfach?, warf Eliott ein, doch Jenette winkte ab.

“Ach komm schon. Je eher wir fertig sind, desto eher können wir das Armband zurück legen!” Sie schob Eliott hinter Nathan in die Bibliothek und schloss die Tür wieder leise hinter ihnen. Sie liefen direkt zur schwarzen Abteilung und Nathan legte das Armband unter den Scanner. Ein grüner Haken tauchte auf dem Bildschirm auf und Nathan packte Jenette und Eliott und zog sie in die Abteilung. Einen Meter vor ihnen war eine weitere Tür, ein Totenkopf war in des Holz eingelassen und starrte sie aus leeren Augen an.

“Was ist das?”, stieß Jenette aus.

»Ein Räääätsel!«, kreischte der Kopf. Die Kinder sprangen erschrocken zurück.

“Was zum-” Nathan trat auf die Tür zu und wollte sie aufschieben, doch er wurde von etwas Unsichtbarem zurück geschleudert.

»Erst das Räääätsel!«, kicherte der Totenkopf. Eliott verzog das Gesicht und zog Nathan wieder auf die Füße.

“Wie lautet das Rätsel?”, fragte er hörbar genervt. Der Totenkopf klapperte mit seinem Kiefer.

»Hör zu, hör zu!«, krächzte er. »Du bist nicht stark genug. Wie lautet die Antwort?«

“Was?” Nathan starrte den Kopf wütend an. “Das ist kein Rätsel!” Doch Eliott legte ihm eine Hand auf den Arm und deutete auf die Wand. Er rutschte daran runter zu Boden und stütze den Kopf auf die Knie.

“Lass mich nachdenken!”, kam es dumpf und Nathan und Jenette ließen sich rechts und links neben ihm nieder. Sie hörten dem Franzosen gespannt zu, während er kaum hörbar vor sich hin murmelte. Der Kopf klapperte er noch eine Weile herum, bevor auch er den Jungen aufmerksam betrachtete.

»Wisst ihr es? Wisst ihr es? Ich gebe euch einen Tipp. Du Junge, dein Hobby ist doch-«, krähte er und Eliott fuhr ihn erstaunlich grob an, die Klappe zu halten, wobei er von Erkenntnis getroffen die Augen auf riss. Der Totenkopf verdrehte die schwarz glühenden Augen. Er zuckte kaum merklich zusammen, als Eliott plötzlich aufsprang. Dieser stellte sich direkt vor den Kopf.

“Meine Kraft ist wie die von zehn Männern, denn mein Herz ist rein!” Der Kopf nickte klappernd.

»Stimmt das denn auch?« Er sperrte den Mund auf. Eliott zog irritiert die Stirn kraus. Der Kopf nickte aufmunternd. »Rein da, die Hand!« Zögernd streckte Eliott seine Hand aus, und der Kopf biss herzhaft hinein. Eliott unterdrückte dem Drang, aufzuschreien. Er biss sich auf die Unterlippe, als der Totenkopf seine Zähne wieder aus Eliotts Hand zog.

»Rein!«, grummelte der Totenkopf und die Tür gab ein Klicken von sich.

“Meinst du damit jetzt, dass wir rein sollen oder dass Eliott rein ist?”, hackte Nathan nach.

»Wurscht!«, brüllte der Kopf. »Es läuft aufs Gleiche hinaus!« Sein Grinsen schien noch breiter zu werden. »Doch es geht noch weiter!« Dann verstummte er endgültig. Jenette schob mit einer Gänsehaut auf den Armen die Tür auf und nach ein paar Metern standen sie vor einer weiteren Tür, vor der ein Tisch stand. Sie begutachteten den Tisch und die Tür genauer. In der Tür waren Einkerbungen, Löcher und Erhebungen von bunt leuchtenden, seltsam aussehenden Steinen. Auf dem Tisch lagen die gleichen Steine. In das dunkle, alte Holz des Tisches war etwas rein geritzt, was nur schwer zu entziffern war.

“Nimm an, was nützlich ist.

Lass weg, was unnütz ist.

Und füge das hinzu,

was dein eigenes ist.”

Das Trio stand etwas unschlüssig vor dem Tisch.

“Die habens echt mit seltsamen Sprüchen, oder?”, fragte Nathan frustriert. Eliott fuhr mit dem Finger die verschnörkelte Schrift nach. Nathan und Jenette untersuchten die bunten Steine.

“Was soll das hier?”, fragte Jenette ratlos. Auch die Jungen zuckten nur mit den Schultern.

“Ich werde nicht schlau aus diesem Rätsel. Du, El?” Nathan sah Eliott erwartungsvoll an.

“Ich… bin mir nicht sicher.”, murmelte dieser und drehte einige der Steine auf dem Tisch hin und her.

“Du bist dir nicht sicher?!”, wiederholte Nathan. “Aber du hast eine Vermutung?” Eliott trat ein Stück vom Tisch zurück und ließ seinen Blick noch einmal über den Tisch und die Tür gleiten.

“Sag schon!”, drängte Jenette. Eliott runzelte die Stirn.

“Naja, wir sollen lassen, was nützlich ist und weglassen, was unnütz ist. Wahrscheinlich müssen wir-“

“Die Tür!”, stießen Nathan und Jenette gleichzeitig aus. Eliott nickte.

“Wir sollen in die Lücken die Steine stecken, die wir brauchen und die wegnehmen, die wir halt nicht brauchen. Nur das mit dem ‘hinzufügen was dein eigenes ist’ verstehe ich nicht.”

“Wir sollen irgendetwas von uns mit in die Tür stecken.”, rief Jenette.

“Aber was? Und wo?”, fragte Nathan beinahe verzweifelt. Eliott zuckte mit den Schultern.

“Egal, lass uns erst einmal das mit den Steinen erledigen!”

Leave a Reply